Lúghnasadh feiern – warum das erste Erntefest heute wichtiger denn je ist

Lesezeit: 6 Minuten

Es ist Hochsommer.

Die Ferien stehen vor der Tür.

Vielleicht möchtest du vorher noch schnell Projekte abschließen, den Urlaub vorbereiten oder all die kleinen Dinge erledigen, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben.

Mitten in diesem Trubel liegt ein Fest, das viele Menschen heute kaum noch kennen.

Lúghnasadh.

Ein altes keltisches Jahreskreisfest, das Anfang August gefeiert wurde.

Und genau deshalb berührt es mich jedes Jahr aufs Neue.

Denn Lúghnasadh erinnert uns daran, innezuhalten, bevor wir einfach weiterrennen.

Was ist Lúghnasadh?

Das erste der drei Erntefeste

Im keltischen Jahreskreis heißt das Fest Lúghnasadh (Lughnasadh) – anderswo auch Lammas oder Schnitterfest.

Gefeiert wird es traditionell am ersten August bzw. Vollmond.

Die Getreidefelder sind reif.
Die ersten Garben werden eingebracht.
Die Natur zeigt ihre Fülle.

Der Name geht auf den Gott Lúgh zurück. Der Überlieferung nach stiftete er das Fest zum Gedenken an seine Pflegemutter Tailtiu, die ihr Leben gab, damit fruchtbares Land für die Menschen entstehen konnte.

Ob du nun an keltische Mystik glaubst oder nicht, viel spannender finde ich die Frage:

Warum war dieses Fest den Menschen überhaupt so wichtig?

Mitten in der Ernte innehalten – eigentlich völlig unvernünftig

Je länger ich mich mit Lúghnasadh beschäftige, desto erstaunlicher erscheint mir dieser Gedanke.

Denn die Ernte war damals keine Hobbygärtnerei.

Sie entschied darüber, ob Familien gut durch den Winter kamen.

Jeder sonnige Tag zählte.
Jede helfende Hand wurde gebraucht.

Und trotzdem feierten die Menschen.

Sie unterbrachen ihre Arbeit.

Sie kamen zusammen.
Sie dankten.
Sie würdigten die erste Getreideernte.

Aus heutiger Sicht wirkt das fast unvernünftig.

Doch vielleicht verstanden unsere Ahne*innen etwas, das wir in unserer Leistungsgesellschaft vergessen.

Wer niemals innehält, bemerkt irgendwann gar nicht mehr, wofür die Arbeit eigentlich ist.

Was Lúghnasadh uns heute lehren kann

Unsere Felder sehen heute meist anders aus.

Vielleicht bestehen sie aus E-Mails.
Aus Schichtdiensten.
Aus Care-Arbeit.
Aus Selbstständigkeit.
Aus Familie.

Aus all den kleinen und großen Aufgaben, die unser Leben füllen.

Wir arbeiten. Wir organisieren. Wir kümmern uns. Wir erschaffen.

Doch wie oft halten wir inne, um zu sehen, was längst gewachsen ist?

Lúghnasadh lädt genau dazu ein.

Nicht noch mehr zu schaffen, sondern wahrzunehmen und zu danken.

Die eigentliche Botschaft von Lúghnasadh

Viele denken beim ersten Erntefest an Korn. An Brot. An Sicheln.
Doch es geht um etwas Tieferes.

Es geht um Würdigung.

Denn was nicht gewürdigt wird, fühlt sich oft an, als wäre es nie geschehen.

Vielleicht kennst du das:
Du erreichst etwas. Kaum ist es geschafft, wartet schon das Nächste.

Ohne Pause. Ohne Dankbarkeit. Ohne einen Moment des Feierns.

Genau hier setzen Rituale an.
Sie schaffen einen Übergang.

Sie helfen uns, das Leben nicht nur zu durchlaufen, sondern bewusst zu erleben.

Warum wir die Jahreskreisfeste heute wieder brauchen

“Früher hatten die Menschen eben mehr Zeit.”

Immer wieder höre ich diesen Satz.

Ich glaube allerdings nicht, dass das stimmt.

Unsere Vorfahren hatten andere Herausforderungen.
Aber sie wussten offenbar, wie wichtig es ist, den Rhythmus des Lebens bewusst zu markieren.

Die Jahreskreisfeste erinnern uns daran, dass wir Teil der Natur sind.

Dass unser Leben nicht nur aus Produktivität besteht.

Und dass jedes Wachsen auch Zeiten der Ruhe, des Feierns und des Loslassens braucht.

Für mich sind sie deshalb keine Folklore.
Keine romantische Rückschau.

Sie sind eine Einladung, wieder bewusster zu leben.

Möchtest du Lúghnasadh nicht nur verstehen, sondern erleben?

Im Herbst startet meine Jahreskreisbegleitung „Der Jahreskreisweg“.

Dort geht es nicht darum, möglichst viel Wissen über keltische Feste anzusammeln.

Gemeinsam erleben wir den Jahreskreis mit Gleichgesinnten.
Mit Ritualen.

Mit Naturbeobachtungen.
Mit Naturwahrnehmungsübungen.
Mit Reflexionsfragen.
Mit Integrationen für den Alltag.

Um unser eigenes Leben wieder stärker am Rhythmus der Natur auszurichten.

Denn naturzyklisches Leben entfalten ihre Kraft nicht beim Lesen.

Sondern dann, wenn wir es leben.

Wenn du neugierig geworden bist, freue ich mich, wenn du dich unverbindlich auf die Warteliste einträgst.

Dort nehme ich dich schon jetzt mit hinter die Kulissen und du erfährst zuerst, wann die Anmeldung öffnet.

Kennst du einen Menschen, für den diese Impulse gerade wohltuend sein könnten?
Teile den Artikel gerne weiter.

Herzlich
Simone

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